Freitag, 31. Juli 2015

Fischtrawler Naydenov ein Millionen-Grab

Was wurde aus dem gesunkenen russischen Fischtrawler?


Über 31 Millionen Euro haben bisher die Bergungs- und Sicherungskosten um den russischen Fischtrawler „Oleg Naydenov“ verschlungen, wie das Ministerium für Finanzen und öffentliche Verwaltung mitteilte.

Der Trawler liegt in über 2700 Meter Tiefe, rund 15 Seemeilen vor der Südküste von Gran Canaria auf Grund. Das brüchige Schiffswrack konnte bisher – und wahrscheinlich auch in Zukunft – nicht gehoben werden. Zu groß wäre das Risiko eines Zerbersten des Rumpfes bei einer Hebung.
Sie hat ihr nasses Grab im Atlantik gefunden und sondert tagtäglich kleine Mengen an Rest-Treibstoff ab. 
Als Gruß an die Umwelt und an eine vielleicht folgenschwere Fehlentscheidung die die Hafenbehörde von Las Palmas traf. Wäre der baufällige russische Fischtrawler bereits kurz nach Ausbruch des Feuers im ... weiter

Dienstag, 28. Juli 2015

Erdbeben vor Teneriffa

NEWS – 29.06.15 – Die Stärke des Seebeben vor Teneriffa wurde durch die IGN auf ML3,2 herauf gesetzt. Die Ausgangstiefe auf 33 km korrigiert.


Erdstoß von ML3,0


In der vergangenen Nacht um 0.13 Uhr gab es ein Erdbeben der Stärke 3,0 vor der Ostküste von Teneriffa (siehe IGN Karte). Das Epizentrum lag ca. 15 km vor der Insel und kam aus 32 km Tiefe. 
Gerade in den letzten Monaten war dieses Meeresgebiet wiederholt Zentrum verschiedener Erdbeben. Aufgrund der großen Tiefe dürfte es sich um einen Erdstoß in den weit verzweigtes Magmakanälen unter den Kanaren gehandelt haben. Größere Magmaverschiebungen führen zu Spannungen in den Gesteinsschichten die sich dann bei entsprechendem Potenzial schlagartig lösen und ein entsprechendes Erdbeben verursachen. 
Einzustufen als eines der  „normalen Beben“, die sich ständig um die Kanarischen Inseln ereignen. Meist schwache Beben, aber einige Male auch mit der Stärke ML3,0 und höher – wie in der vergangenen Nacht. Da es sich auf dem Atlantik und in großer Tiefe ereignet hat, war es für die Bewohner von Teneriffa nicht spürbar.


Wie sieht es mit den Aktivitäten unter El Hierro aus?


Dagegen bleibt es unter El Hierro ruhig – verdächtig ruhig. Seit fast einem Jahr treten nur noch gelegentliche Spannungsbeben auf. Auch ... weiter

Sonntag, 26. Juli 2015

Regenerative Energie auf El Hierro

100 % Regenerative Energie für die Insel ?


Strombilanz El Hierro vom Sonntag um 12.30 Uhr
Die Schonfrist für das Regenerative Energie -Projekt Gorona auf El Hierro ist nun vorbei. Nach der Einweihung im Juni 2014 und einem Jahr Einstellungs- und Probebetrieb kommen jetzt die Fakten auf den Tisch.
Die Betreibergesellschaft Gorona war mit Zahlen in den vergangenen Monaten sehr zurückhaltend. Ihr gutes Recht – die deutsche Kanzlerin hatte 100 Tage und Gorona ganze 365 Tage um die Anlage fit zu machen, einzujustieren und nun das Ergebnis zu präsentieren. Über Jahre hatte ich am Rande den Planungs- und Bauprozess mitverfolgt, die Daumen gedrückt und auf den Erfolg gehofft.
Ziel war es, El Hierro mit 100 % Strom aus Regenerativer Energie zu versorgen.
81 % des notwendigen Strom konnte nun im Juli 2015 aus Wind- und Wasserkraft gewonnen werden.
Dieser Prozentsatz war noch der Spitzenwert der vergangenen Monate und dürfte sich auch in Zukunft nur unwesentlich verbessern lassen. Das alte Schwerölkraftwerk im Hafen muss also rund 20 % dreckige Energie beisteuern.

Verteilung der Energieträger
Aber 81 % Regenerative Energie ist schon eine Leistung und ein Erfolg für die Insel. Rund 600 Tonnen CO2 Emission jährlich werden weniger die Umwelt belasten (1000 Tonnen CO2 waren geplant). Fast unabhängig von der Öleinfuhr und unabhängig von den Ölpreisen und dafür auf eine Energiequelle gesetzt, die immer kostenlos auf der Insel vorhanden ist. Wie in Euro gerechnet am Ende die Bilanz aussehen wird, kommt noch. Die Ölpreise sind im Moment im Keller, aber das kann sich schnell wieder ändern.
Diese Art von Energieerzeugung ist natürlich wesentlich aufwändiger (Windräder, Entsalzungsanlage, Pumpen, Speicherbecken, Turbinen, Generatoren) und störanfälliger als ein normales Dieselkraftwerk.

Energiebilanz an einem normalen Wochentag (Donnerstag)
Auch lässt sich diese komplexe Anlage nur langsam hoch- oder wieder herunterfahren und kann nicht flexibel genug auf unvorhergesehene Stromverbrauchsspitzen reagieren. Entweder geht viel erzeugter Strom verloren oder er fehlt bei Bedarf und die Lichter gehen aus.
Der Kompromiss für diese Situationen ist das alte Ölkraftwerk. Es wird also weiter dampfen und stinken müssen. Auf der Grafik eines normalen Arbeitstages ist der verbrauchte Strom (gelb) und unterlegt der mit natürlichen Ressourcen erzeugte und eingespeiste Strom abzulesen. Rechts im grauen Feld die mit Diesel zusätzlich erzeugte MW-Menge. Wer die Werte beobachten möchte, kann hier in Echtzeit die Grafik aufrufen.

Das Regenerative Energie Ziel fast erreicht


Die neue Herreño Cabildo Präsidentin, Bethlehem Allende, geht bei der Vorstellung der Zahlen von zufriedenstellenden Werten, die die vorsichtigen Prognosen für das Regenerative Energie Projekt Gorona sogar noch übertroffen haben, aus. Ganz so euphorisch stimme ich dem nicht zu (100 % sind einfach 100 %), möchte aber die Leistung und den Erfolg in keinster Weise schmälern.
Statt einem großartigen und geschlossenen Erlebnisbad, einem Kongresszentrum im Rohbau oder einer vor sich hingammelnden Marmeladen- Produktionsstraße in Isora, steht nun mit der Gorona-Anlage, das erste funktionierende alternative Energieprojekt in dieser kombinierten Bauweise auf der Insel.
Auch wenn sich heute viele einen Orden an die Brust heften möchten, ist doch eines klar. Ohne den geistigen Vater und Visionär Javier Morales gäbe es dieses Projekt heute nicht. Gegen einen großen Widerstand hatte er mit einigen Mitstreitern, sich immer und zäh dafür eingesetzt und dieses Projekt schließlich nach El Hierro geholt … und das sollte man nicht vergessen.

Freitag, 24. Juli 2015

Kanaren: Marodes Gesundheitssystem

Auf den Kanaren krank werden - besser nicht


Seit 1986 ist man dabei ein funktionierendes Gesundheits - System in Spanien zu installieren. Bis heute hat man es jedoch noch nicht geschafft, eine effektive und leistungsfähige Krankheitsversorgung für die Bevölkerung auf die Beine zu stellen. In diesem Punkt ist Spanien und insbesondere die Kanarischen Inseln, wie El Hierro, La Gomera oder La Palma, noch weit vom europäischen (deutschen) Standard entfernt

„Sozialversicherungspflichtig sind alle Arbeitnehmer und auch alle Selbständigen. Die gesamte Familie ist automatisch mitversichert. Ausnahmen oder Wahlmöglichkeiten von der Sozialversicherungspflicht z.B. wegen Überschreiten irgendeiner Einkommensgrenze, gibt es hier nicht.
Anders als in Deutschland gibt es in Spanien nicht Dutzende halbstaatlicher Krankenkassen die ihre Mitglieder verwalten und kostenintensive Personalverwaltungen unterhalten. Die Frage nach der günstigsten oder teuersten Krankenkasse erübrigt sich daher.

GesundheitswesenEs gibt nur die staatliche „Seguridad Social“. Von dieser Stelle oder Kasse werden alle Sozialleistungen auch Rente und Arbeitslosengeld gezahlt. Der Seguridad Social unterstellte Behörden sind dann für den jeweiligen einzelnen Fachbereich zuständig.
Das spanische Gesundheitssystem ist gut, aber nicht so effizient wie aus Deutschland gewohnt. Alle Kliniken und Krankenhäuser sind mit den modernsten Apparaturen ausgestattet. Nur fehlt oft das geeignete Fachpersonal.
Extrem ist der Fachpersonalmangel auf den Kanarischen Inseln zu spüren. Da stand seit über zwei Jahren ein noch original verpackter Kernspintomographie – das Gerät in das man hinein geschoben und durchleuchtet wird – im Inselkrankenhaus herum, unbenutzt – nur weil die entsprechende Fachkraft fehlte.
Das Lohngefüge auf den Kanaren liegt einiges unter dem spanischen Durchschnitt. Ausgebildetes Personal und auch Ärzte aus Festland Spanien sind finanziell dadurch nicht auf die Kanaren zu locken. Meist trifft man Ärzte aus ...weiterlesen


Donnerstag, 23. Juli 2015

Totenmaske der Guanchen

Archäologischer Fund im Norden von La Palma

Nicht alle Tage stolpert man über eine Totenmaske aus der Guanchenzeit (2000 v.Chr.-1492 n.Chr.). 
Das steinerne Antlitz eines Ureinwohner, wahrscheinlich der eines Guanchen König oder eines von ihnen verehrten Gottes.
Heraus gemeißelt aus einer massiven Felsplatte und 1,22 Meter hoch und 100 cm breit und ca. eine Tonne schwer. Alles mit einfachsten Werkzeugen hergestellt, da die Guanchen bis zu ihrer Vertreibung/ Ausrottung im Jahre 1492 durch die Spanier noch kein Metall kannten. 
Mit deutlichen Gesichtszügen und den typischen Spiralgravuren. Entdeckt im Norden der Insel La Palma bei Garafia. 
Es ist schon eine kleine Sensation, auf eine fast noch komplette Steinmaske auf freiem Feld zu stoßen. Die Urbevölkerung von ... weiter